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Schriftsätze
Schriftsätze ist der Titel unserer neuen Ausstellung, die wir gemeinsam mit der Haack Partnergesellschaft am 27. Januar 2011 um 19 Uhr eröffnen.
Die Ausstellung läuft vom 27. Januar bis 25. März 2011 und die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 9 bis 17.30 Uhr.
Unter dem Namen „Schriftsätze“ setzen wir unsere Ausstellungs-Reihe mit Werken des Offenbacher Künstlers Karl H. Thiel fort. Die Absicht ist, Arbeiten zu präsentieren, die unser Schulungskonzept auf künstlerische Erfahrung hin öffnen. Aus dem umfangreichen Werk von Thiel, das von großformatigen nichtgegenständlichen Leinwandbildern über viele Zwischenstufen bis zu umfangreichen Reisebüchern reicht, wollen wir Werke auswählen, in denen Schrift eine zentrale Rolle spielt. Und davon hat der Künstler eine Fülle geschaffen.
Während sich in den Arbeiten der Kalligrafin Ingrid Gollong, die wir Ende 2005 ausstellten, Schrift aus den Fesseln ihrer Funktionalität als Kommunikationsmittel befreite und kalligrafisch in Malerei verwandelte, geht Thiel einen anderen Weg. Und zwar den entgegengesetzten. Bei ihm können wir Schrift bei ihrer Genese, im Urzustand gleichsam, beobachten, Schrift, die noch nicht formal erstarrt ist zu Buchstaben und Ziffern. Ja Schrift, die noch nicht einmal weiß, dass sie Schrift ist.
In den markant gemalten oder seismografisch zitternden Zeichenclustern suchen wir vergeblich, aber immer wieder aufs neue, nach der geheimen Botschaft. Wir suchen nach Hieroglyphen, nach Worten in den Textwolken, nach Formeln und Summen im Zifferngewimmel, die den Sinn entschlüsseln. Und dann merken wir plötzlich, dass wir ja alles verstehen. Im ästhetischen Genuss der malerischen Werke finden wir deren Sinn und schämen uns ein wenig, dass wir immer Informationen suchen, Texte überprüfen und Rechnungen kontrollieren wollen.
